Interaktiv, inklusiv, innovativ: Neue Vermittlungsformate im RPM

In der aktuellen museums:zeit spricht unsere Direktorin Dr. habil. Lara Weiss über zwei innovative Vermittlungsformate im RPM, die wissenschaftliche Tiefe mit spielerischen  Zugängen verbinden: die mittelalterliche Erlebniswelt „INDRISTA“ und die Installation „Hildesheim: Blüte – Zerstörung – Wiederaufbau“, die noch bis zum 6. Januar 2026 besucht werden kann.  

Das RPM Museum Hildesheim befindet sich aktuell in einem umfassenden Prozess der Neuausrichtung. Ziel ist es, ein familienfreundliches Universalmuseum zu schaffen, das alle fünf Sammlungsbereiche – Ägypten, Naturkunde, Stadtgeschichte, Ethnologie und Kunst – gleichberechtigt, altersübergreifend und interaktiv erlebbar macht.

Im Zentrum dieser Neuausrichtung steht die Entwicklung innovativer Vermittlungsformate, die wissenschaftliche Tiefe mit spielerischen Zugängen verbinden und so ein breites Publikum ansprechen. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der verstärkte Einsatz von Gamification-Elementen als effektives Mittel zur Förderung von Motivation, Interaktion und nachhaltigem Lernen insbesondere für junge Menschen.

In enger Kooperation mit der Digital Pioniere UG Hildesheim wurden bereits zwei Projekte umgesetzt, die exemplarisch für das neue, familienfreundliche Universalmuseum stehen.
Zum einen entstand die mittelalterliche Erlebniswelt INDRISTA (bis Anfang 2025), in der die frühe Hildesheimer Stadtgeschichte über eine thematische Rallye mit Zeitlimit spielerisch vermittelt wurde. Die Besucher*innen lösten kleine Aufgaben, die Beobachtungsgabe, logisches Denken und die Anwendung des vorab in der Video-Installation vermittelten historischen Wissens gleichermaßen herausforderten.

Die zweite Installation, „Hildesheim: Blüte – Zerstörung – Wiederaufbau“ (bis 6. Januar 2026), widmet sich einem besonders sensiblen Kapitel der Stadtgeschichte: der Zerstörung Hildesheims im Zweiten Weltkrieg und dem anschließenden Wiederaufbau.
Durch ruhige, atmosphärisch gestaltete Räume wurde ein Ort geschaffen, der historische Informationen vermittelt und Raum für Reflexion und emotionales Erleben und Verarbeitung bietet.

Besucher*innen können eigene Gedanken schriftlich festhalten und sich in Zeitzeugenberichte und -erlebnisse einfühlen. Da es nach 80 Jahren immer weniger Überlebende gibt, ist es umso wichtiger, für die heutige Gesellschaft die Erinnerung wach zu halten.

Beide Formate verdeutlichen, dass das Museum ein außerschulischer Lernort ist, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch soziale Interaktion, Kreativität und kritisches Denken fördert. Damit positioniert sich das RPM auch als „Dritter Ort“. Gerade in einer zunehmend digitalisierten und fragmentierten Gesellschaft sind öffentliche Räume für Austausch und Dialog von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung.

Die Kooperation mit der Digital Pioniere UG bringt dabei nicht nur technische Expertise in die Umsetzung, sondern ermöglicht auch, gemeinsam agile Entwicklungsprozesse in die Museumsarbeit zu integrieren. So entstehen digitale, interaktive Angebote, die partizipativ, flexibel und besucherzentriert gestaltet sind – ein entscheidender Schritt in Richtung eines Museums der Zukunft.

Insgesamt zeigen beide Projekte, dass neue, gamifizierte Vermittlungsformate weit mehr sind als nur ein spielerisches Add-on: Sie eröffnen neue Zugänge, fördern lebenslanges Lernen und machen das Museum zu einem Ort, an dem Bildung, Unterhaltung und gesellschaftlicher Diskurs auf zeitgemäße Weise zusammenfinden.

Informationen:

Die Videoinstallation und kleine Begleitausstellung „Hildesheim: Blüte – Zerstörung – Wiederaufbau“ ist noch bis zum 6. Januar 2026 im RPM Museum Hildesheim zu sehen.

Szene aus der mittelalterlichen Erlebniswelt INDRISTA, Foto: Digital Pioniere UG Hildesheim
Noch bis zum 6. Januar 2026 im RPM: "Hildesheim: Blüte - Zerstörung - Wiederaufbau", Foto: RPM