ThemenZeit im RPM – Gemeinsam nachdenken, neue Perspektiven entdecken

In der neuen ThemenZeit beleuchten wir Fragen, die uns alle berühren und laden zum gemeinsamen Austausch ein. Den Auftakt macht im Januar die Reihe „Was bleibt. Zeit – Leben – Tod“, in der wir den Umgang mit dem Thema Tod in unterschiedlichen Zeiten und Kulturen erkunden.

ThemenZeit 

An vier Mittwochen im Januar (07.01., 14.01., 21.01., 28.01.2026) erwarten Sie spannende Impulse, fundierte Vorträge und lebendige Diskussionen zum Thema „Was bleibt. Zeit – Leben – Tod“– jeweils von 16:00 bis 21:00 Uhr.

Für genussvolle Elemente sorgt unser abendliches Catering mit Getränken und Fingerfood.

Jeder ThemenZeit-Tag bietet:
 
  • Zwei Vorträge im Ohlmer-Saal: 16:00 bis ca. 18:00 Uhr
    (Hinweis: Am 21.01. finden die Vorträge wegen des Aufbaus der EVI Lichtungen im Leunis-Saal statt.)

 

  • Catering und einen Impulsvortrag mit anschließender Roundtable-Diskussion mit allen Teilnehmenden im Pavillon: 18:30 bis 21:00 Uhr

Die ThemenZeit lädt ein, tief einzutauchen, Neues zu hören und gemeinsam Sinn zu finden – in einer Atmosphäre, die inspiriert und zum gemeinsamen Dialog anregt. Jetzt Tickets sichern und dabei sein!

Tickets & Preise

Tagestickets:
 
19,95 € regulär / 9,95 € ermäßigt für Fördervereinsmitglieder
 
 
 
Bitte beachten Sie:
 
Abendveranstaltungen mit Catering sind nur mit Tageskarte zugänglich. Die Mindestteilnehmerzahl für die Abendveranstaltungen liegt bei mindestens 20 und maximal 30 Personen. Bei zu wenigen Anmeldungen wird der Termin 5 Tage vorher abgesagt.
 

Programm

07.01.2026 | 16:00 bis 21:00 Uhr:

Erinnerungskultur

16:00 Uhr | Vortrag (45 Minuten)

Ohlmer-Saal

Erinnerungskulturen im alten Ägypten
(Dr. habil. Lara Weiss, RPM Hildesheim)

Bestattungsrituale und Totenkult sind Klassiker der religionswissenschaftlichen Forschung, insbesondere für das alte Ägypten. Dennoch wissen wir relativ wenig darüber, welche sozialen und religiösen Strategien die Menschen auf dem Weg zur Erlösung nach dem Tod ausübten.

Der Vortrag beleuchtet verschiedene Erinnerungskulturen am Beispiel von Gräbern der Nekropole von Memphis.

17:15 Uhr | Vortrag (45 Minuten)

Ohlmer-Saal

Geschichte auslöschen – Erinnerung kontrollieren. Die damnatio memoriae im alten Rom
(Josefine Neidhardt, RPM Hildesheim)

Die damnatio memoriae im alten Rom war weit mehr als ein Akt der Tilgung: Sie fungierte als politisches Instrument der Machtsicherung und Kontrolle über ein kollektives Gedächtnis.

Der Vortrag untersucht Formen und Funktionen dieser Erinnerungspolitik anhand epigraphischer und bildlicher Zeugnisse. Dabei wird gezeigt, wie materielle Eingriffe – das Ausmeißeln von Namen oder das Umarbeiten von Porträts – Teil eines bewussten Diskurses über Legitimität, Identität und Erinnerung waren. Zugleich wird deutlich, dass das sichtbare Löschen selbst zum Träger von Erinnerung werden konnte. So eröffnet sich ein differenziertes Verständnis davon, wie Erinnerung im alten Rom konstruiert, manipuliert und ausgelöscht wurde.

18:30 Uhr | Impulsvortrag (15 Minuten) mit anschließendem Roundtable

Pelizaeus-Pavillon

Tod oder Sterben – was kommt zuerst?
(Vortrag: Seline Bezen, RPM Hildesheim; Moderation: Josefine Neidhardt, RPM Hildesheim und Seline Bezen, RPM Hildesheim)

Bei dieser Frage denkt man natürlich unwillkürlich, dass der Tod auf das Sterben folgt. In diesem Impulsvortrag wird der biologisch-medizinische Ablauf im Kontext der Erinnerungskultur in Frage gestellt; denn Erinnerungen bewirken Fortbestehen, was den Tod aus einem immateriellen Blickwinkel betrachten lässt. Wie lange wird sich erinnert? Durch wen? An wen? Und was ist, wenn niemand mehr da ist, der sich erinnert?

Mit diesen Impulsen geht es in die anschließende Roundtable-Diskussion, in der Ihre Blickwinkel, Perspektiven und Erfahrungen Raum erhalten.

14.01.2026 | 16:00 bis 21:00 Uhr:

Der Umgang mit dem Leichnam

16:00 Uhr | Vortrag (45 Minuten)

Ohlmer-Saal

Postmortale Biographien – Von verschwundenen Leichen, sozialistischen Herrschern und misslungenen Mumifizierungen
(Oliver Gauert, RPM Hildesheim)

Nicht alle Verstorbenen gelangten auf direktem Weg in ihr Grab. Manche wurden auf kunstvolle Weise konserviert, um anschließend für Jahrzehnte zur Schau gestellt zu werden, während die Leichname anderer versteckt, gestohlen oder auf lange Reisen geschickt wurden. Mitunter sind die teils skurrilen Geschichten um die toten Körper nicht weniger spannend als die Biographien ihrer einst lebenden Besitzer.

Der Vortrag schildert exemplarisch die Schicksale der Körper prominenter Verstorbener wie Lenin, Mao oder Eva Perón, die in oft berührender Weise gesellschaftliche Entwicklungen ihrer Zeit reflektieren. Doch auch die modernen Balsamierungstechniken, wie sie beispielsweise in der Sowjetunion entwickelt wurden und noch immer im heutigen Russland zum Einsatz gelangen, werden erläutert.

17:15 Uhr | Vortrag (45 Minuten)

Ohlmer-Saal

Die Balsamierung Verstorbener – früher und heute
(Jens Klocke, freier Restaurator)

Auf allen Kontinenten und zu allen Zeiten haben die Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Wegen gesucht, die Körper der Verstorbenen zu erhalten. Besonders bekannt sind die Mumien der alten Ägypter, die als zentrales Merkmal ihrer Kultur betrachtet werden. Doch auch heute noch werden Verstorbene mit unterschiedlichen Methoden konserviert, z.B. wenn sie nach ihrem Tod an einen entfernten Ort überführt werden sollen.

Der Vortrag gibt anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über antike und moderne Balsamierungstechniken und zeigt dabei auch , wie die Wissenschaft antike Mumifizierungsmethoden rekonstruiert.

18:30 Uhr | Impulsvortrag (15 Minuten) mit anschließendem Roundtable

Pelizaeus-Pavillon

Bestattungskultur in Vergangenheit und Gegenwart – Ungleichheit bis nach dem Tod?
(Vortrag: Josefine Neidhardt, RPM Hildesheim; Moderation: Oliver Gauert, RPM Hildesheim, und Josefine Neidhardt, RPM Hildesheim)

Wie spiegeln Bestattungen soziale Unterschiede – damals wie heute? Der Impulsvortrag beleuchtet Wandel und Kontinuität in der Bestattungskultur und zeigt, dass Ungleichheit oft bis über den Tod hinausreicht. Anschließend folgt eine gemeinsame Diskussion mit dem Publikum über Status und Gerechtigkeit im Umgang mit den Toten.

21.01.2026 | 16:00 bis 21:00 Uhr:

Wie gehe ich mit dem Tod um?

16:00 Uhr | Buchvorstellungen mit anschließender Gesprächsrunde
(45 Minuten)

Leunis-Saal

Wenn Worte fehlen, sprechen Bilder – Trauerbewältigung anhand von Bilderbüchern
(Stefanie Bölke, RPM Hildesheim)

Der Tod lässt die Menschen oft verstummen. Was sagt man einem Trauernden, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist? Angesichts des unwiederbringlichen Verlustes klingt schließlich jedes Wort wie eine leere Floskel. Erwachsene retten sich oft mit Gedichten oder Zitaten, doch was sagt man einem Kind zum Trost? Es gibt nichts Herausfordernderes, als Kindern oder Jugendlichen feinfühlig und offen die Endlichkeit des Seins zu erklären.

Bilderbücher mit ihren vielfältigen Illustrationen können Kindern jeden Alters und auch Erwachsenen dabei helfen, ihre Trauer besser zu verstehen und zu verarbeiten. Gefühle wie Angst, Verlorenheit oder Einsamkeit werden durch die Verbindung von Bild und Text greifbarer. Die Geschichten bieten Identifikationsfiguren, die Gleiches erfahren haben und mit denen man seine eigene Trauer teilen kann. Die Bilder wiederum regen gemeinsame Gespräche an und ermöglichen es, mit Kindern wie auch mit Erwachsenen sensibel über den Tod ins Gespräch zu kommen.

An diesem Nachmittag sollen zahlreiche Bilderbücher aus verschiedenen Genres zum Thema Tod betrachtet und besprochen werden. Die Spannweite reicht von Susan Varleys Klassiker „Leb wohl, lieber Dachs“ über Amelie Frieds Buch „Hat Opa einen Anzug an?“ und Ulf Nilssons „Die besten Beerdigungen der Welt“ bis hin zum frechen Büchlein „Gehört das so?!! Die Geschichte von Elvis” von Peter Schössow. Außerdem wird eine Auswahl an Sachbüchern vorgestellt, die das Thema Tod klar, sensibel und zugleich in moderner Sprache für Kinder und Jugendliche verständlich erklären.

17:15 Uhr | Vortrag (45 Minuten)

Leunis-Saal

Der Mensch als Glied des Staates im Sinne des Hobbesschen Leviathan – Darf ein Staat über Leben und Tod entscheiden?
(Seline Bezen, RPM Hildesheim)

Darf ein Staat über Leben und Tod entscheiden? Wie sieht es dabei mit der Rolle des Einzelnen aus? Und in welchen Situationen kann diese Frage überhaupt gestellt werden? Diese staats- und rechtsphilosophischen Fragen werden oft im Zusammenhang mit Thomas Hobbes‘ Leviathan beleuchtet, da er als einer der Vorreiter in der Vertragstheorie gilt, und somit in demokratischer Hinsicht wichtige Diskussionspunkte liefert.

Dieser Vortrag geht daher mit einer kurzen Einführung in die Grundzüge des Hobbesschen Leviathan an die Erörterung der oben genannten Fragestellung.

18:30 Uhr | Impulsvortrag (15 Minuten) mit anschließendem Roundtable

Pelizaeus-Pavillon

Wie gehen wir in unserer Gesellschaft mit dem Tod um?“
(Vortrag: Martin Sohns, Hospizverein Geborgen, Moderation: Dr. habil. Lara Weiss, RPM Hildesheim)

Tod und Sterben sind Begriffe, die uns als Gemeinschaft ein Leben lang begleiten. Ab einer bestimmten Entwicklungsphase sind wir uns als Teil dieser Gemeinschaft bewusst, dass unser Leben endlich ist und dass die Themen Tod und Sterben in der letzten Lebensphase eine bestimmende Rolle einnehmen.

Oftmals setzt ein Verdrängungsmechanismus ein und eine Auseinandersetzung mit der Thematik findet nur sehr unzureichend statt. Tritt dann eine Situation ein, in denen der Mensch mit einer entsprechenden Diagnose oder Prognose konfrontiert wird, kommt es leider oftmals zu einer ausgeprägten Hilflosigkeit, sowohl bei betroffenen Personen als auch beim sozialen Umfeld dieser Menschen.

Welche Denkanstöße kann man als Teil der Gesellschaft geben? Wo gibt es Unterstützungsangebote? Welche Institutionen gibt es speziell in der Stadt und der Region Hildesheim?  Was können hospizliche und palliative Einrichtungen leisten?

Der Impulsvortrag soll Anstöße geben, wie man sich einer solchen Situation stellt und welche speziellen Fragestellungen dabei auftauchen können. Gerne dürfen eigene Erfahrungsberichte aus dem Auditorium in die anschließende Diskussion mit einfließen.

Hospizvereine, Palliativdienste, Palliativstationen, stationäre Hospize, spezielle Pflege-Einrichtungen, spezielle Beratungsstellen sowie viele andere Organisationen stehen unterstützend zur Seite. Im Mittelpunkt der Diskussion sollen der eigene Umgang und die Auseinandersetzung mit dem Tod stehen. Wie stelle ich mir meinen eigenen Tod vor? Wie möchte ich sterben?

28.01.2026 | 16:00 bis 21:00 Uhr:

Der Tod in der Medizin

16:00 Uhr | Vortrag (45 Minuten)

Ohlmer-Saal

Der Tod – Ein komplexes Phänomen. Zum aktuellen Kenntnisstand in Medizin und Neurowissenschaften
(Oliver Gauert, RPM Hildesheim)

Die Medizin definiert den Tod als jenen Zustand, in dem die Lebensvorgänge im Organismus weitgehend oder gänzlich erloschen sind. Dabei lassen sich durchaus verschiedene Phasen oder Definitionen des Todes unterscheiden, die etwa im Hinblick auf Organtransplantationen von großer Bedeutung sind.

Der Vortrag wird diese Definitionen näher erläutern und die Abläufe vom Individualtod bis zum Absterben der letzten Zelle veranschaulichen. Dabei werden auch die für die Feststellung des Todes wichtigen Todeszeichen und die für deren Entstehung verantwortlichen Prozesse dargestellt. Zudem wird der Vortrag auch auf die sogenannten Nahtodesphänomene eingehen und die aktuellen neurowissenschaftlichen Erklärungsansätze dazu vorstellen.

17:15 Uhr | Vortrag (45 Minuten)

Ohlmer-Saal

Organ- und Körperspenden – Der Umgang mit dem Leichnam in der Medizin
(Prof. Dr. Reinhard Pabst, Medizinische Hochschule Hannover)

Gewebetransplantationen (Haut, Knochen, Knorpel) erfolgen beim gleichen Individuum (Autotransplantation). Bei den großen Organen wie Niere, Herz, Lunge oder Leber ist die Transplantation von einem Menschen auf einen anderen nötig (Allotransplantation).

Die Zahl der Organspender in Deutschland ist allerdings sehr niedrig, sodass weiter Patienten auf der Warteliste sterben. Eine Erleichterung der Lebendspende und die Einführung der Widerspruchslösung würde auch in Deutschland eine Verbesserung bei den Organtransplantationen ermöglichen. In Zukunft wird die Transplantation vom Schwein auf den Menschen möglich werden (Xenotransplantation).

Die Körperspende erfolgt in Deutschland durch ein zu Lebzeiten verfasstes Vermächtnis. Die Körper werden an den anatomischen Instituten konserviert und von Studierenden präpariert. Alle Teile des einzelnen Menschen werden gesammelt und kremiert. Die Urne wird auf einem Gräberfeld des jeweiligen Instituts beigesetzt. Studierende organisieren Abschiedsfeiern für die Körperspender.

Der Vortrag wird die gegenwärtige Situation in Deutschland zusammenfassen, Probleme benennen und Lösungsansätze aufzeigen.

18:30 Uhr | Impulsvortrag (15 Minuten) mit anschließendem Roundtable

Pelizaeus-Pavillon

Muss man Angst vor dem Tod haben? Was kommt danach?“
(Vortrag: Prof. Dr. Reinhard Pabst, Medizinische Hochschule Hannover; Moderation: Oliver Gauert, RPM Hildesheim, und Prof. Dr. Reinhard Pabst, Medizinische Hochschule Hannover)

Der Tod bleibt ein Mysterium. Niemand weiß sicher, ob es ein Weiterleben nach dem Tod gibt und wenn ja, wie diese Fortexistenz aussieht. Weil man so wenig über den Tod weiß, aber auch weil er zwangsläufig mit Abschied verbunden ist, wird er von vielen Menschen als etwas Trauriges und Beängstigendes wahrgenommen. Aber gibt es wirklich Gründe, Angst vor dem Tod zu haben?

Der Impulsvortrag fasst die Standpunkte der Weltreligionen, der Philosophie und der Medizin zusammen und leitet dann in eine Diskussion mit den TeilnehmerInnen über.